Qualität statt Quantität bei der Mundhygiene, das ist die
Forderung von Dr. Wolfgang Bockelbrick vom Privatinstitut für Zahnärztliche Fortbildung
in München.

Nach jedem Essen Zähne putzen ist OUT. Warum?
Viele haben sich den Rat der Zahnärzte zu sehr zu Herzen genommen.
Ergebnis: Sie putzen zu oft, zu hart und mit einer zu aggressiven Zahnpasta.
Und das gleich nach dem Essen, wenn durch die Bakteriensäure die Oberfläche der
Zähne eh schon angeätzt ist.

Was gut gemeint ist, schädigt den Zahn?
Auf Dauer hält das kein Zahnfleisch, kein Zahnhals aus. Jeder dritte
Patient ist putzgeschädigt. Häufigstes Symptom: der Zahnhals reagiert
empfindlich, etwa auf Kaltes.

Geht das wieder weg?
Der Zahnarzt verfügt über diverse Behandlungsmöglichkeiten – von gezielter Florierung
bis zur Reparatur mit Komposit-Füllungen.

Und ab sofort heißt die Lösung. Nie mehr Zähne putzen?
Natürlich nicht. Entscheidend ist die Qualität: Einmal pro Tag – am besten
vor dem Schlafengehen – sollte man sämtliche Zahnflächen von Plaque befreien.
Mit einer weichen Zahnbürste und kreisenden Bewegungen, einer flouridhaltigen
Zahnpasta (am besten mit 24-Stunden -Wirkung) und Zahnseide. Da reichen dann
die üblichen drei Minuten aber nicht!

Was empfehlen Sie für zwischendurch?
Die Speisereste einfach ausspülen; wenn putzen, dann nur die Kauflächen, aber
erst eine halbe Stunde nach dem Essen. Dadurch hat der Speichel Zeit, seine
Arbeit zu erledigen, nämlich die Zähne wieder mit Mineralien zu versorgen.

Und wie steht es mit Zahnpflegekaugummis?
Kauen beschleunigt den Speichelfluss, es hilft also bei der Remineralisierung
und ist deshalb empfehlenswert