„Plastic Electronics Conference & Showcase 2005“ in Frankfurt mit Fokus auf dieser Technologie

OLED-Displays finden in letzter Zeit verstärkt Einsatz in Mobiltelefonen, MP3-Playern und Digitalkameras. Jüngst hat Bundesbildungsministerin Edeltraud Buhlmahn bekannt gegeben, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die „Initiative OLED 2015“ in den nächsten fünf Jahren rund 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen wird. Das Thema OLED wird auch im Mittelpunkt der „Plastic Electronics Conference & Showcase“ am 4. und 5. Oktober in Frankfurt stehen.

OLEDs basieren auf elekrisch leitenden Kunststoffen, die durch Elektroluminiszenz zum Leuchten gebracht werden. OLED-Displays liefern hellere und brillantere Bilder als herkömmliche Bildschirme, sind dabei aber kostengünstiger zu produzieren.

Die „Plastic Electronics Conference & Showcase“ ist eine internationale Konferenz und Informationsmesse zum Thema „organische Elektronik“. Auf der Veranstaltung im Oktober in der Messe Frankfurt werden in zahlreichen Vorträgen die neusten Entwicklungen auf dem Gebiet dieser zukunftsweisenden Display-Technologie von Forschern aus Lehre und Wirtschaft präsentiert werden.

Im Rahmen der Messeveranstaltung wollen Systemintegratoren und Mitglieder des Industry Boards der Veranstaltung wie Nokia, Philips Electronics oder Thomson OLED-Displays in Endverbraucherprodukten wie TV-Geräten, Notebooks und Handys vorstellen.

Hintergrund OLED

OLEDs sind organische Leuchtdioden, die aus halbleitenden Polymeren oder kleinen Molekülen besteht. Die Herstellung solcher Dioden ist deutlich kostengünstiger als jene herkömmlicher, anorganischer LEDs. Durch Anordnung vieler kleiner OLEDs können grafische Bildschirme beispielsweise für Autoradios, Rasierapparate aber auch Mobiltelefone, Fernseher oder Labtops hergestellt werden.

Der Hauptvorteil von OLED-Displays gegenüber konventionellen LCD-Bildschirmen liegt darin, dass sie keine Hintergrundbeleuchtung und folglich deutlich weniger Energie benötigen. Außerdem besitzen sie einen größeren Betrachtungswinkel und eine hohe Schaltgeschwindigkeit. Aufgrund ihrer polymeren Zusammensetzung sind sie sehr dünn und auch sehr biegsam.

Die Verwendung von OLEDs als Lichtquelle wird heute ebenfalls schon erforscht. So beschäftigt sich das europaweite Projekt OLLA (Organic LEDs for Lighting Applications) mit der Entwicklung von OLEDs für Lichtsysteme und erhält dafür über 10 Millionen Euro Fördergelder. Organischen Dioden sind energieeffizienter als herkömmliche Glühbirnen und zeichnen sich durch eine deutlich reduzierte Kohlendioxid-Emission aus. Studien des U.S. Department of Energy gehen davon aus, dass allein in den USA durch OLED-Beleuchtung in den nächsten 20 Jahren 125 Milliarden US-Dollar an Energiekosten eingespart werden könnten.

Darüber hinaus schätzen Experten, dass die OLED-Technologie langfristig Einzug in zahlreiche neue Anwendungsgebiete halten wird. Marktforscher rechnen deshalb mit einem weltweiten Umsatz durch OLEDs von 1,5 bis 3 Milliarden US-Dollar in den Jahren 2006 und 2007

Hintergrund Plastic Electronics

Im Mittelpunkt der „Plastic Electronics“ steht die Forschung auf dem gesamten Gebiet der elektrisch leitenden Polymere, die vollkommen neue Einsatzmöglichkeiten und Anwendungen eröffnet. Der Vorteil von Polymeren liegt dabei in den niedrigen Kosten und der einfachen Verarbeitung. Elektrisch leitfähige Kunststoffe auf Polymerbasis kommen schon heute in der Display- und Solartechnik oder in Sensoren zum Einsatz. Experimentell werden sie derzeit auch in Brennstoffzellen und für Datenspeicher getestet.

Die „Plastic Electronics Conference & Showcase“ wird im Auftrag der „Plastic Electronics Foundation“ und in Kooperation mit der Organic Electronics Association (OAE) des VDMA organisiert. Die Stiftung hat ein Science Board und ein Industry Board zusammengestellt, welche mit der Zusammenstellung der Konferenzthemen betraut sind. Namhafte Forschungsinstitute, Universitäten und Unternehmen sind in diesen Boards repräsentiert.