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DVB-Das digitale Fernsehen – Begriffe und Formate

Der Transport Stream

Beim digitalen Fernsehen wird das Fernsehbild vor der Ausstrahlung komprimiert und als digitaler Datenstrom (MPEG2 Transport Stream) gesendet.

Der Transport Stream wurde entwickelt, um MPEG2 Streams auf verlustbehaftete Übertragungswege zu transportieren. Der Transport Stream ist neu im MPEG2 Standard, das heißt er ist im MPEG1 Standard nicht vorhanden. Er besteht aus den Elementary Streams (Die Elementary Streams kommen direkt aus dem MPEG Encoder) zusammengefaßt im Packetized Elementary Stream und weiteren System- und Dateninformationen. Diese Informationen umfassen EPG (Electronic Program Guide, oder „Die Elektronische Programmzeitschrift“) und den Time Stamps. Die Notwendigkeit von Time Stamps im Datenstrom ergibt sich daraus, daß ein Videodekoder einen B-frame vom vorigen I-frame und den folgenden P-frames rekonstruieren muß, die Reihenfolge, in der er sie anzeigt, jedoch anders ist.

Die meisten DVB-Karten speichern die Daten nicht in einen Transport Stream, sondern in einen PVA Stream. Das PVA-Format ist stark an die vom TI-Chip verarbeiteten Datenstrukturen angelehnt. Allerdings ist PVA kein MPEG2-Format, basiert aber auf den gleichen Strömen (Elementary Streams). Das PVA-Format kann darum in das MPEG2-Format gewandelt werden.

Die Elektronische Programmzeitschrift (EPG, Electronic Program Guide) ist meiner Meinung nach, eine der besten Neuerungen im Transport Stream. Der EPG macht tatsächlich die Programmzeitschrift vom Kiosk überflüssig.

Warum ist das digitale Fernsehen für die Sender kostengünstiger?

Die Übertragungskapazitäten lassen sich wirkungsvoller nutzen, da die Daten komprimiert werden. Wo früher ein einziges analoges Programme übertragen wurde, werden jetzt in der digitalen Welt gleich mehrere digitale Programme übertragen. Es können bis zu zehn Programme über einen Kanal oder Transponder gesendet werden. Bei vielen privaten Sendern wird leider an der Qualität gespart, um möglichst viele Programme über einen Transponder zu bekommen. Den Sender geht es um Programmvielfalt und leider nicht um die Qualität der Daten. Trotzdem ist die Qualität dieser Daten um einiges besser, als ein analoges Programm.

Abkürzungen aus der Satellitentechnik

AC3 = Audio Coding 3, Dolby Digital AC3
BAT = Bouquet Association Table
BSS = Broadcast Satellite Service
CAM (Conditional Access Modul)

Das CAM ist ein kleines Modul im PCMCIA-Kartenformat. Dieses Modul enthält das jeweilige Verschlüsselungssystem und hat einen Kartenschlitz für eine oder mehrere Smartcards (Pay-TV-Karten).

CI = Common Interface
DAB = Digital Audio Broadcasting
DBS = Direct Broadcast Satellite
DEMUX = DEMUltipleXer
DiSEqC = Digital Satellite Equipment Control
DVB = Digital Video Broadcasting
DVB-C = Digital Video Broadcasting Cable
DVB-S = Digital Video Broadcasting Satellite
DVB-T = Digital Video Broadcasting Terrestrial
EPG = Electronic Program Guide
ES = Elementary Stream
FEC = Forward Error Correction
FTA = Free To Air
GOP = Group Of Pictures
IMUX = InputMUltipleXer
LNA = Low Noise Amplifier
LNB = Low Noise Block
LNC = Low Noise Converter
MPEG = Moving Pictures Experts Group
MUX = MUltipleXer
NTSC = National Television System Committee
OMUX = Output MUltipleXer
PAL = Phase Alternation Line
PES = Packetized Elementary Stream
PID = Packet IDentification
PTS = Presentation Time Stamp
PVA = Packet Video Audio
STB = Set-Top-Box
TS = Transport Stream