Entgegen einer weitverbreiteten Auffassung ist Windows nicht das einzige Betriebssystem, in das Microsoft investiert. Mitarbeiter von Microsoft Research arbeiten an einem Mikrokernel, das von Windows völlig verschieden ist. Die Software liegt jetzt als Prototyp vor, sie heißt ‘Singularity‘.

Der Prototyp umfasst 300.000 Codezeilen. “Singularity ist nicht Windows. Wir haben jede Zeile ganz von vorn geschrieben”, sagte Galen Hunt, Microsoft Senior Researcher. Vor zwei Jahren habe ein Team mit der Arbeit an Singularity begonnen, mittlerweile seien damit 35 Forscher beschäftigt.

Microsoft Research habe das Ziel, “ein von Grund auf zuverlässiges Betriebssystem zu konstruieren”. Zudem lieferten die Forscher anderen Abteilungen Ideen – so dem Architectural Team der ‘Core Operating System Division’ (COSD) und dem Microsoft Security Team.

Singularity sei ein Resultat der Kombination aus Microsoft C# und Sing#, einem Derivat von C#. Weiteres Ziel sei, das ganze Betriebsystem mit Sing# zu schreiben, sagte Hunt. Singularity sei ohne Einsatz der Microsoft Common Language Runtime (CLR) und der Java Virtual Machine (JVM) entstanden. Das Team habe stattdessen ‘Bartok’ verwendet, eine selbst programmierte Entwicklerumgebung.

Ob Microsoft die Forschungsergebnisse kommerziell umsetzen wird, ist derweil ungewiss. Redmond könnte Singularity als eigenständiges Produkt auf den Markt bringen oder Komponenten der Software in andere Programme einbetten. Singularity könnte zudem als Host Operating System für Microsoft BigTop dienen, ein internes Infrastrukturprojekt des Herstellers.